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Die Realität informiert:

Nicht umsonst nennen viele Pop-Freaks Die Realität auch den Muttertag unter den deutschen Indie-Bands. Unser Gemälde zeigt das berühmte Trio im letzten Sommer kurz vor Veröffentlichung ihrer Langspielplatte „Bubblegum Noir“. Dieser kindliche Ausdruck! Diese Unschuld! Schwer vorstellbar, dass es sich bei diesen Wonneproppen um Psychedelic Warlords handeln soll. Aber Sie wissen ja: der Schein und der Trog. Das Eine und das Andere. Widerspruch und Unity. Meister Puder und sein Emuckl.

Habt keine Angst, es ist nur Die Realität!

Die Realität verkündet:

Man macht dieser Tage ja bisweilen einige komische Sachen. Nehmen wir nur Realität-Sänger Dingbums Dingbumsen. Der lässt sich heute um 19 Uhr 30 von einem Stoffkaninchen interviewen. In der Talkshow „The rabbit says“– zu finden in der Instagram-Story von galerierompone. Und wie das eben so ist, wenn man mit Stoffkaninchen spricht: Endlich geht es um alles. Endlich wird Klartext gesprochen. Endlich wird es schön.

Also, seid dabei: Heute um 19 Uhr 30: Kaninchentalk mit Weinbegleitung auf galerierompone.

PS: Das beigefügte Foto ist ziemlich genau zwei Jahre alt und entstand auf Tour mit unseren Freunden von Erdmöbel. Glory days!

Die Realität informiert:

Heute also kein Record Store Day. Keine Aerosmith-Unplugged-Live-Boxen und keine Mike-Krüger-Singles im Original-Cover. Das ist ok so. Unsere Freunde von Die Realität haben an den letzten RSD dennoch sehr schöne Erinnerungen: An jenem Samstag nämlich spielten die drei Tortenheber des Acid-Pop bei Parallel Schallplatten in Köln ihre erste Live-Show mit dem Material des „Bubblegum Noir“-Albums. Ohrenzeugen beschrieben das Gebotene damals als „hysterisch-verzerrten Liedermacher-Freak-Noise“ bzw. als „irgendein komisches Geschrammel mit dröhnendem Autoscooter-Lärm im Hintergrund“. So ist es im Grunde bis heute. 

Ab kommenden Montag hat Parallel Schallplatten jedenfalls wieder geöffnet. Der Laden musste bekanntlich nach dem Auftritt von Die Realität geschlossen werden. Auch Die Realität wird irgendwann wieder aufmachen. Die drei Mitglieder Pierre Itansha, Kevin Lopstift und Eloy Wermelskirchen werden schöner denn je erstrahlen und noch engere Bühnenanzüge tragen. Vorfreude ist ein warmes Gewehr, das am besten kalt frisiert wird.

Die Realität informiert:

Noch immer sind von Deutschlands faulster Band keine Streaming-Aktivitäten zu erwarten. Auch für eine Neuauflage von „Nackt im Wind“, im Rahmen derer zahlreiche deutsche Musiker gemeinsam gegen das Virus und für eine Deutschpop-Quote ansingen, steht die Band laut ihrer drei Managements nicht zur Verfügung. 

Und sonst? Heute waren die Realität-Mitglieder Felix Hedderich und Eric Pfeil mit angemessenem Abstand in der Stadt unterwegs, um für Bassist Alfred Jansen ein Ei zu verstecken, das er ab Sonntag suchen darf. Im Innern des Eis befindet sich eine Kapsel, in der die Bassnoten für die Comeback-Single der drei Kuschelhasen enthalten sind. Das wird vielleicht ein Ding! Wir wünschen weiterhin viel Geduld, Musik und eine schöne Auferstehung.

Eure Realis

„Bubblegum Noir“, die Osterglocke unter den Auferstehungsplatten, ist weiterhin draußen auf Trikont.

Die Realität informiert:

Von allen Fragen, die dieser Tage eher selten diskutiert werden, ist dies vielleicht die undrängendste: „Was machen eigentlich die drei Rock-Sensibelchen von Die Realität dieser Tage?“. Nun, eigentlich dasselbe wie immer: Während Sänger Eric Pfeil in einer bahnbrechenden Serie auf Facebook ungefragt Italo-Pop empfiehlt und Keyboarder Felix Hedderich am großen Realität-Weihnachtsoratorium komponiert, frönt Bassist Alfred Jansen seiner großen Leidenschaft fürs Nichtstun. Live-Streams aus den Wohnungen der Musiker sind weiterhin nicht zu erwarten, dazu – so die Band in einem Fax an die Weltöffentlichkeit – sei man viel zu träge. Stattdessen bestelle man tagtäglich Platten und Bücher bei ortsansässigen Geschäften und proste wildfremden Nachbarn übergriffig aus dem Fenster zu. Die abgesagten Konzerte werden unterdessen umgelegt. Die Termine folgen.

Habt keine Angst, es ist nur Die Realität.

Heute jährt sich zum 14. Mal der Todestag von Nikki Sudden.

Ohne ihn wären Teile unserer Band wohl nie auf die Idee kommen, selbst Musik zu machen.

Tausendmal live gesehen und viele Jahre lang versucht, auszusehen wie er. 

Nikki Sudden sah sich wohl trotz überschaubarer technischer Fähigkeiten als eine Mischung aus Keith Richards, Marc Bolan, Gram Parsons, Bob Dylan und Neil Young mit einer gehörigen Ladung Johnny Thunders. Das Verrückte war nicht nur, dass er damit durchkam, sondern dass man als unvorbereiteter junger Hörer Ende der 80er seine ultra-klassizistische Musik für den coolsten Scheiß überhaupt halten konnte.

In diesem Song von unserem „Bubblegum Noir“-Album kommt er vor.

So lange man keine Autos klauen kann – mehr Nikki Sudden hören! ❤️

Ciao Ragazzi,

anbei eine schöne Spotify-Playlist unserer Kollegen von Odd Couple, die soeben ihr neues Album veröffentlicht haben. Hier findet sich viel hiesiges Zeug von DAF und Die Sterne über Gewalt und International Music bis hin zu Swutscher und uns drei Zimmerpalmen. 

Die Realität wünscht: Bon Zeitvertreib!

Support your local Schallplattenmann!

Das Realität-Institut informiert:

Wir heißen zwar nicht umsonst Die Realität, aber auf das, was dieser Tage passiert, waren selbst wir nicht vorbereitet. 

Die Welt draußen erinnert derzeit manchmal an ein leeres Film-Set kurz vor Eintreffen der Putzkolonne, was wir als musizierende Risikogruppe unter Berücksichtigung aller Aspekte klar begrüßen. Die Menschen ziehen sich zurück, viele nehmen daheim täglich 345 Podcasts auf. Manche spielen in ihren Wohnzimmern Songs (in der Regel die eher musikalischen unter den Zurückgezogenen), andere stricken meterlange Schals. Etliche sind zu Hobby-Virologen mutiert, viele fotografieren Menschengruppen oder irgendwas im Supermarkt. Man macht vieles falsch dieser Tage, das gehört wohl dazu, wenn etwas völlig Neues, Ungeahntes passiert.

Selbstredend sind auch die Konzerte von Die Realität, die in nächster Zeit stattgefunden hätten, abgesagt worden. Um Nachholung wird sich bemüht.

Wir haben inzwischen viel Gelegenheit gehabt zu überlegen, wie wir als Band auf die gegenwärtige Situation reagieren sollen. Von akustischen Wohnzimmer-Schrammelversionen unserer Songs werden wir erst einmal absehen. Wir finden das zwar im Falle vieler Kollegen sehr gut, und es hat sicherlich auch eine wichtige selbstvergewissernde Funktion – für uns kommt es aber derzeit nicht in Frage. Wir drehen momentan lieber an alten Effektgeräten herum, schreiben Songs, streicheln unsere Haustiere und arbeiten an unserem nächsten Imagewechsel. Vermutlich melden wir uns demnächst mit Platten-, Film- und Buchempfehlungen oder präsentieren Neues aus der kleinen Bühnenklamotten-Schneiderei unseres Keyboarders.

Bis dahin: Bleibt wach, seid nachsichtig und geduldig und unterstützt Plattengeschäfte und Buchhandlungen. Viele Läden liefern nach Hause. Und vergesst nicht: Uns geht es bei allen Einschränkungen noch verdammt gut hier.

We’re in this together.

Ci vediamo,
eure Risikogruppe Realität